10.05.2017 17:42:05 | Martina Kuhtz-Böhnke

Wissen schützt Tiere

 

Tagung auf dem Lebenshof lockt Tierschutzlehrer aus ganz Deutschland …

Artikel vom 9. 5. 2017

Wissen schützt Tiere

Tierschutzlehrer aus ganz Deutschland kamen zur Tagung in Varensell. Der Deutsche Tierschutzbund bietet Tierschutzlehrer-Schulungen in München an
 
15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland folgten der Einladung des Vereins »Achtung für Tiere« zur Tierschutzlehrertagung auf dem Lebenshof in Varensell am 6. und 7. Mai. Fachbeiträge behandelten Theorie und Praxis von Tierschutzunterricht. »Tierschutzlehrer vermitteln Wissen über Bedürfnisse von Tieren und die Auswirkungen menschlichen Handelns. Dies ist für ein eigenverantwortliches Leben grundlegend«, erklärt Astrid Reinke, selbst Tierärztin, Pädagogin und seit 17 Jahren als Tierschutzlehrerin unterwegs.

Das Angebot, Fortbildung mit persönlichem Austausch zu verbinden, nahmen erfahrene wie frisch gebackene Tierschutzlehrer gerne an und kamen unter anderem aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, vom Bodensee, aus München und Dresden nach Varensell. Die Beiträge reichten von Unterrichtsbeispielen zum Leben mit Tieren über das Thema Tierversuche bis hin zu Rahmenbedingungen für Tierschutz-AGs und der Lebensweise von Rindern.

Referentinnen und Teilnehmer, unter ihnen zahlreiche (Tier-)Ärztinnen und Pädagogen, waren sich einig: Wissen über Tiere und ihre Position in der Gesellschaft ist elementarer Bestandteil von Bildung. »Schule soll gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln. Tierschutz hat seit 2002 Verfassungsrang. Zusammenhänge zwischen unserem Handeln und dem Leid von Tieren müssen transparent werden«, findet die stellvertretende Vorsitzende Frauke Albersmeier, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Uni Düsseldorf. »Tierschutzunterricht kommt dem Erziehungs- und Bildungsauftrag nach und unterstützt die Entwicklung von Schülerinnen und Schülern zu kritikfähigen Bürgerinnen und Bürgern einer Demokratie.«

Sorgen mache den Teilnehmern der Zugriff auf Schülerinnen und Schüler durch einflussreiche Lobbygruppen. »Wir erleben aktuell, dass zum Beispiel Tierexperimentatoren in Schulprojekten referieren, Tierversuche, die Tiere stark belasten, würden nicht genehmigt. Das ist klar unwahr. Es ist fatal, wenn Schülerinnen und Schülern solche »alternative Fakten« mit der Autorität eines Wissenschaftlers verkündet werden, der zudem keine Veranlassung hat, über die Eigeninteressen seiner Tätigkeit aufzuklären«, so Reinke. »Auch Tierschutzlehrer vertreten Interessen, aber nicht ihre eigenen. Wir nennen entscheidungsrelevante Fakten und wollen uns selbst überflüssig machen.« Bei »Achtung für Tiere« sind drei Tierschutzlehrerinnen aktiv. Infos zu Ferienprojekten und Unterrichtsbesuchen unter www.achtung-fuer-tiere.de, Telefon (0152) 27199234 und www.tierschutzlehrerinnen.de.



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